Auch im sechsten Fall bleiben Michael Kobr und Volker Klüpfel ihrem Konzept
treu: Kluftinger, Krimi und Klamauk. Ihr kauziger Kommissar Kluftinger
beweist erneut, dass moderne Technik nicht seine beste Freundin ist. Hinzu
kommt allerlei Zwischenmenschliches, was Kluftinger fortwährend mit seinen
Mitmenschen aneinandergeraten lässt. Herrlich skurril sind die Versuche des
Kommissars, den Diebstahl seines geliebten Passats zu vertuschen versucht.
Ohne Klamauk geht es bei Kluftinger eben nicht, doch den Autoren gelingt es,
dass sich Humor und Spannung die Waage halten, auch wenn der Humor eine Unze
die Nase vorn hat. Die Handlung jedoch ist durchweg spannend erzählt. Die
Diebesbande, die den Raub an der Reliquie so akribisch plant, erinnert stark
an den Film "Ocean's Eleven", doch verleihen Michael Kobr und Volker Klüpfel
ihnen ihren ganz eigenen Charme. Glaubwürdig verbinden sie die
Handlungsstränge miteinander, so dass ein stimmiges Bild am Ende des Falles
steht. Auch die Geschichte des Allgäus findet am Rande Erwähnung, was dem
Roman zusätzliche Authentizität verleiht.
Natürlich gibt es wieder allerlei Drumherum, so wurde Langhammers Auto
gestohlen, was er aus Scham geheim hält. Und natürlich fehlt auch Dr.
Langhammer nicht in "Schutzpatron".
Mit "Schutzpatron" ist dem Autoren-Duo ein weiterer gelungener Fall für
Kommissar Kluftinger gelungen.
Leseprobe
Prolog
»Wotan?«
Reglos lauschte er in die vorabendliche Stille hinein. Kein Laut. Er
drehte
sich einmal um die eigene Achse, doch das diffuse Licht der heraufziehenden
Dämmerung, das durch die Wipfel der knorrigen Bäume hinunter zum feuchten
Waldboden drang, ließ ihn nur wenige Meter weit sehen.
»Wotan!«
Wie
immer, wenn er den Namen rief, war er ihm ein wenig peinlich.
Selbst
schuld,
dachte er,
niemand hat dich gezwungen, deinem winzigen Hund einen derart
martialischen Namen zu geben.
Aber er
hatte den Kontrast so putzig gefunden: der kleine Dackel mit den krummen
Beinchen und der Name der germanischen Gottheit. Langsam begann er sich
Sorgen um ihn zu machen. Es war nicht Wotans Art, einfach so fortzulaufen.
»Wotan?«
Er schnippte seine Zigarette weg, trat sie aus und hielt inne.
Hatte er da
nicht etwas gehört?
Er
blickte zurück auf den Weg, der, mit Baumstämmen befestigt, hinunter ans
Flussufer führte. Nichts.
Vor ihm
ragte das Plateau mit der Ruine auf. Bei ihrem Anblick fröstelte es ihn.
Nebelschwaden hatten sich auf der Wiese ausgebreitet und hüllten die
moosbewachsenen Steine des Turms in einen fahlen Schleier. Das Dämmerlicht
hatte die Farben aus der Natur gewaschen, alles wirkte grau, trostlos und
unheimlich. Er gestand es sich nur un- gern ein, aber der Schauder, der von
ihm Besitz ergriff, kam nicht von der Temperatur. Er versuchte sich
einzureden, dass es nur die Angst um seinen Hund war, denn er wagte gar
nicht, sich auszumalen, was passiert sein könnte, wenn Wotan nicht in
Richtung Auto, sondern zum Steilufer gelaufen war. Mühelos hätte er unter
den Latten des Zauns dort hindurchschlüpfen können, um dann ... Gerade als
er seinen Blick mit einer bösen Vorahnung in Richtung Abgrund wandte, hörte
er ihn.
Es war
ein ungewöhnlich aggressives Knurren, aber es kam zweifel- los von seinem
Hund. Ohne zu zögern, rannte er los, achtete nicht auf die Äste, die ihm ins
Gesicht peitschten, sprang über Wurzeln und welkes Laub, blieb stehen und
lauschte, den Kopf geneigt, den Blick unbestimmt in die Dämmerung gerichtet.
Da! Erneut ein Knurren. Es kam ... er kniff die Augen zusammen, als könne er
so seine Sinne schärfen ... ja, es kam eindeutig von der Lichtung.
Aus der
Richtung des Gedenksteins flog Erde und Laub in hohem Bogen auf die
Lichtung. »Wotan!« Sein Hund scharrte wie verrückt in der Erde und knurrte
den Waldboden an. Gar nicht auszudenken, was dieser Dreck auf den Polstern
des neuen Autos anrichten würde. Nur noch Wotans Hinterteil ragte hinter dem
Tuffstein hervor, dessen altertümliche Inschrift an die »Veste Alt-Kalden«
erinnerte, eine mächtige Burg, die einst hier in Altusried gestanden hatte.
Er erinnerte sich noch, dass irgendeine Katastrophe ihr ein jähes Ende
bereitet hatte.
»Hör –
jetzt – Auf!«, schrie er wutentbrannt, da das Tier nicht reagierte. Er
stampfte dabei mit dem Fuß auf, was ein merkwürdig dump- fes Geräusch
verursachte, als sei es unter der Grasnarbe hohl. Erschrocken hob der Dackel
den Kopf, jaulte einmal kurz und kam auf ihn zu, da spürte der Mann einen
Zug modriger Luft von unten, hörte das Krachen berstenden Holzes und fiel
ins Bodenlose. Dann wurde es dunkel.
Finsternis und Kälte. Mehr nahm er zunächst nicht wahr, als er wieder zu
sich kam. Doch sofort gesellten sich rasende Kopfschmerzen hinzu, ein
Hämmern hinter der Schläfe, als wolle ihm jemand von innen den Schädel
sprengen. Unwillkürlich fasste er sich an den Kopf, spürte ein feuchtes,
warmes Rinnsal und wusste, auch ohne es zu sehen, worum es sich dabei
handelte: Blut. Sein Blut.
Urplötzlich drängte sein Mageninhalt mit aller Gewalt nach oben, und er
übergab sich heftig. Mit dem Handrücken fuhr er sich zittrig über den Mund.
Er versuchte, seine Gedanken trotz des mörderischen Pochens in seinem
Schädel zu sammeln. Was war passiert? Sein Spaziergang auf dem engen Waldweg
zum Fluss fiel ihm wieder ein, der Aufstieg, die Ruine, der Stein, Wotans
plötzliches Verschwinden ...
»Wotan?«
Jetzt
erst bemerkte er das verzweifelte Bellen über sich. Er legte den Kopf in den
Nacken, was das Hämmern in seinen Schläfen noch verstärkte. Oder war es die
Tatsache, dass über ihm nichts war als undurch- dringliche Schwärze?
Wie lange
war ich weg?
Er hatte
keinerlei Gefühl für die Zeit, die seit seinem Sturz vergangen war. Sein
Sturz! Hektisch tastete er seinen Körper ab. Er schien einigermaßen
glimpflich davon- gekommen zu sein. Offensichtlich war nichts gebrochen, nur
sein Schädel brummte erbärmlich. Doch die Erleichterung wurde sofort von
einem beängstigenden Gedanken verdrängt: Wie sollte er hier je wieder
rauskommen? Wotans Bellen klang, als käme es aus mindestens vier, fünf
Metern Höhe. Der Hund musste an der Stelle stehen, wo er eingebrochen war,
doch nicht ein einziger Lichtstrahl drang bis hier unten vor. Ächzend stand
er auf, breitete die Arme aus und drehte sich mehrmals um die eigene Achse.
Blind stolperte er ein paar Schritte nach links, bis er gegen eine feuchte
Wand stieß. Seine Finger tasteten über behauene Steine. Er versuchte, sich
an ihnen hochzuziehen, aber sie waren glitschig, und er fand keinen Halt.
Verzweifelt ließ er sich zu Boden sinken und lehnte seinen malträtierten
Kopf an die kühle Mauer. Was würde er jetzt für eine Zigarette geben. Er
hielt inne. Die Streichhölzer! Aufgeregt kramte er sie aus seiner
Hosentasche, schob die ver- beulte Packung vorsichtig auf und zündete eines
an. Zuerst fiel sein Blick auf seine vom Dreck beinahe schwarzen Finger. Sie
zitterten, als er das Hölzchen hob. Die Wände des Lochs schienen im
flackernden Schein der Flamme einen schaurigen Tanz aufzuführen. Sein
Verlies maß höchstens fünf auf fünf Meter, und ihm war sofort klar, dass er
keine Chance hatte, sich aus eigener Kraft daraus zu befreien. Zu steil und
glitschig waren die Wände. Er drehte sich noch ein Stückchen weiter, dann
musste er das Streichholz fallen lassen, und es verlosch.
»Scheiße«, zischte er. Es waren vielleicht noch ein Dutzend Hölzer in der
Packung. Er musste sie sich gut einteilen. Auch wenn es hier unten
stockfinster war, schloss er die Augen, um sich das Bild, das er sich von
dem Raum gemacht hatte, noch einmal in Erinnerung zu rufen. Plötzlich riss
er sie wieder auf. »Das Gitter«, flüsterte er, zündete ein weiteres
Streichholz an und hielt es mit ausgestreckter Hand nach vorn. Tatsächlich,
er hatte sich nicht getäuscht: In die gegenüberliegende Wand war ein
rostiges Gitter eingelassen. Er starrte so fasziniert darauf, dass er die
Flamme ganz vergaß und erst wieder daran dachte, als sie ihm die Fingerkuppe
ansengte. Doch er ignorierte den Schmerz, krabbelte zu dem Gitter und
rüttelte mit aller Kraft daran. Er merkte schnell, dass es nicht lange
dauern würde, bis er es aus seiner Verankerung herausgerissen hätte. Stück
für Stück löste es sich aus der Mauer. In einer letzten Anstrengung zerrte
er keuchend daran, biss die Zähne zusammen, als das rostige Metall in seine
Finger schnitt – und riss es schließlich mit einem Krachen aus der
bröckeligen Steinwand. Er warf es neben sich und entzündete ein weiteres
Streichholz: Vor ihm tat sich ein etwa fünfzig Zentimeter hoher Gang auf,
der in eine ungewisse Schwärze führte.
Er hielt
kurz inne und faltete die Hände. Da er nicht wusste, welcher Schutzheilige
für seine missliche Situation zuständig war, schickte er einfach ein kurzes
Stoßgebet gen Himmel. Er bekreuzigte sich hastig und kroch hinein. Schon
nach wenigen Metern jedoch bereute er seine Entscheidung: Der Gang war so
eng und schwarz, dass sich die Panik wie ein enger, dunkler Mantel um ihn
legte. Er holte hektisch ein weiteres Streichholz heraus. Er brauchte Licht,
musste etwas sehen – und schrie auf. Direkt vor ihm, ausgestreckt auf dem
Boden, lag ein Mensch. Das heißt: Das, was von ihm übrig war, denn er
starrte direkt in die schwarzen Höhlen eines Totenschädels. Er erschrak so
heftig, dass er das Streichholz fallen ließ, worauf er sofort ein neues
entzündete. Der Schädel sah nicht so aus wie die Skelette, die er aus dem
Fernsehen kannte. Dieser hier war nicht weiß, sondern dunkel, fast schwarz,
und in seiner Stirn klaffte ein Loch. Er veränderte seine Haltung etwas, und
das Licht der Flamme brach sich nun in Metall, offenbar Teile einer uralten
Rüstung. Als er die knöchernen Überreste einer Hand sah, war seine Angst
urplötzlich wie weggeblasen. Denn an einem der Finger prangte ein
schillernder, blitzender Ring, dahinter lag ein mit Edelsteinen besetzter
Armreif. In diesem Moment erlosch die Flamme wieder.
Mein Gott,
ein Schatz,
dachte er, kramte ein weiteres Hölzchen he- raus, nicht mehr darauf bedacht,
es für seine beschwerliche Rückkehr an die Oberfläche aufzusparen. Er
leuchtete den Boden ab, entdeckte die andere Hand, deren Fingerknochen auf
etwas zu zeigen schienen. Und tatsächlich: In einem Spalt zwischen zwei
Steinen steckte ein Messer, dessen Griff ebenfalls mit Edelsteinen besetzt
war. Ohne nach- zudenken, griff er danach, zog es heraus, worauf sich einer
der Mauersteine löste und einen Hohlraum freigab. Er entfernte noch weitere
Steine aus der Wand, dann wurde es wieder finster.
Was kommt
denn jetzt noch?,
fragte er sich, streckte seine Hand im Dunkeln aus und fasste in das Loch.
Er bekam etwas Weiches zu fassen, griff zu, merkte, dass darunter etwas
Metallisches war, zog es heraus und zündete eines seiner letzten
Streichhölzer an: Er starrte auf einen halb verfaulten Stofffetzen, der um
etwas Großes, Metallisches geschlagen war. Sein Mund war trocken, als er den
Stoff abzog – und einen selbst unter all dem Dreck golden schimmernden
Gegenstand in Händen hielt, der über und über mit Edelsteinen besetzt war.
Er wusste nicht genau, was es war, das er da in Händen hielt: Ein prächtiger
Strahlenkranz ging von der Mitte aus, unten besaß es einen massiven Fuß, der
ebenfalls aus Gold zu sein schien.
Fahrig
suchte er im Dunkeln nach weiteren Gegenständen. Neben einigen Ringen
ertastete er noch einen Kelch und zwei verzierte Arm- reifen. Er raffte
seinen Fund zusammen, schlug alles notdürftig wieder in den Stoff ein und
robbte damit weiter. Sein ganzes Denken kreiste nun nicht mehr um seinen Weg
nach draußen, sondern um die geheimnisvollen Gegenstände.
Wie sind sie
hierhergekommen? Warum hat sie vor mir niemand entdeckt? Woher kommt das
Loch in dem Totenschädel? Bin ich jetzt reich?
Er
merkte gar nicht, wie der Gang um ihn he- rum sich weitete, immer geräumiger
wurde. Erst als er statt Erde feuchte Holzplanken spürte, hielt er inne. Er
erhob sich ganz langsam und stand plötzlich wieder aufrecht.
Wo bin ich
bloß?
Er
kramte die Streichholzschachtel hervor. Nur noch ein Hölzchen befand sich
da- rin. Er biss sich auf die Lippen:
Das muss
jetzt klappen.
Atemlos
stand er da, als sich die Flamme flackernd entzündete. Dann seufzte er er-
leichtert. Er ahnte, wo er war.
Kaum
eine halbe Stunde später atmete er wieder die klare, kalte Nachtluft. Der
Gang hatte ihn in einen Hohlraum unter der Turmruine geführt, von dort hatte
er sich mithilfe ein paar herumliegender Hölzer durch die brüchige Mauer
einen Weg nach draußen gebahnt, wo Wo- tan winselnd einen Freudentanz um ihn
herum vollführt hatte. Jetzt saß er in seinem Wagen und sog gierig den Rauch
der Zigarette in seine Lungen. Seine neuen Polster waren ihm nun vollkommen
egal. Er starrte nur ungläubig auf die Dinge, die er aus der Unterwelt mitgebracht
hatte.
Jetzt
musste er eine Entscheidung treffen.
Ein
warmes Gefühl der Selbstzufriedenheit im Bauch sagte ihm, dass er den
richtigen Entschluss gefasst hatte. Er lenkte seinen Wagen ziel- sicher
durch die dunkle Kemptener Innenstadt. Außer den riesigen Köpfen auf den
Wahlplakaten, die die Straßen säumten, war keine Menschenseele zu sehen. Als
er anhielt und ausstieg, fiel sein Blick für einen Moment auf das Plakat in
der Mitte des Rathausplatzes. Beim Anblick des dicken Mannes mit dem roten
Kopf musste er grinsen. Dass ein Bayer Bundeskanzler werden könnte, schien
selbst hier im Allgäu äußerst unwahrscheinlich. Doch die Wahl, für die er
sich noch vor wenigen Stunden so brennend interessiert hatte, war ihm nun
nicht mehr als einen flüchtigen Gedanken wert.
»Komm,
Wotan«, zischte er, nahm die Sachen vom Beifahrersitz und betrat das
Gebäude.
»Moment,
Hunde ham da herin nix zu ...« Der junge Mann am Schreibtisch verstummte
mitten im Satz. Seine Augen weiteten sich, als die verdreckte Gestalt mit
dem blutverkrusteten Gesicht in den Schein der Lampe trat. Der Mann wurde
begleitet von einem nicht minder schmutzigen Dackel.
»Kohler.
Andreas Kohler mein Name, grüß Gott. Lassen Sie sich nicht von meinem
Aussehen täuschen«, rief die Gestalt durch das Zimmer, lief zum Tresen und
legte ohne weitere Erklärungen seine Fund- stücke darauf. »Ich glaub, ich
hab da was für Sie.«
Dem
jungen Beamten klappte der Kiefer nach unten. Er erhob sich langsam aus
seinem Stuhl und ging auf den Tresen zu, wobei er die Gegenstände, die nun
dort lagen, nicht aus den Augen ließ.
Kohler
schätzte den Polizeibeamten auf etwa fünfundzwanzig Jahre, auch wenn ihn
sein schütteres Haar älter wirken ließ. Der Polizist war schlank, und in
seiner Uniform wirkte er sportlich. Als er den Tresen erreicht hatte,
schluckte er und murmelte nur ein Wort: »Priml!«
»Aus
Dietmannsried?« »Aus Dietmannsried.« »Andreas Kohler, richtig?« »Richtig.«
Der Beamte tippte die letzten Angaben umständlich in die Schreib-
maschine
ein, wobei er immer wieder fluchend unterbrach und mit Tipp-Ex auf dem
Papier herummalte. Schließlich zog er den Bogen heraus und reichte ihn über
den Tresen. »Gut, wenn Sie das Protokoll bitte hier unterschreiben, Herr
Kohler.«
»Und wie
geht es jetzt weiter?«
Der
junge Beamte kratzte sich am Kopf. »Ehrlich gesagt: Das weiß ich nicht.
Also, einen Schatz, das haben wir hier meines Wissens noch nie gehabt.«
»Aber
ich krieg doch eine Belohnung?«
»Ja,
sicher. Das steht Ihnen ja zu. Obwohl Sie die ja wohl gar nicht nötig
haben.« Der Polizist grinste und deutete durch die Scheibe auf das nagelneue
graue Auto, das vor der Wache im Schein einer Laterne parkte.
»Ja,
schön, gell? Aber es gehört nicht mir.« Der Blick seines Gegenübers
verfinsterte sich. »Ich meine, doch, doch, schon meins, aber ich bin
Autoverkäufer
und
fahre immer die neuesten Vorführwagen.« »Sie meinen, der wär zu verkaufen?«
Kohler hob die Augenbrauen. Warum sollte er nicht auch noch ein
Geschäft
machen, so ganz nebenbei, auf der Polizeiwache? Der Tag war ohnehin schon
verrückt genug verlaufen. »Sind Sie interessiert?«
»Mei,
schon. Käme halt auf den Preis an. Was ist es denn für ein Modell?«
»Ein
Volkswagen. Der nagelneue Passat Variant – als Diesel. Ist erst seit ein
paar Tagen auf dem Markt. Der hält ewig. Und ist sparsam obendrein.«
»Sparsam?« Der Polizeibeamte zog interessiert die Brauen hoch. »Sie
verstehen Ihr Handwerk. Aber ewig muss er ja gar nicht halten, bloß ein paar
Jahre.«
Der
Autoverkäufer fischte mit seinen schmutzigen Fingern eine Visitenkarte aus
dem Geldbeutel. »Rufen Sie mich einfach an.« Dann winkte er seinem Hund und
ging.
Besten Dank an die Autoren für die
Genehmigung zur Veröffentlichung dieser Leseprobe aus "Kommissar Kluftinger
- Schutzpatron".